Eine Legende neu geboren, gegen Legenden aus der Vergangenheit. Ein erster Eindruck im 5min Test.
Figmentum 85mm 2.0 von Meyer-Görlitz ist als es 2016 vorgestellt wurde viel diskutiert worden. Man hat das Team von Meyer-Görlitz dafür verurteilt, den grossen Namen dazu zu verwenden, um Objektive aus Asien oder Russland umzulabeln und teurer zu verkaufen.
Das Objektiv kostet 599 Euro und ist in der Tat dem Mitakon 85mm 2.0 ähnlich. Das stört mich aber in keiner Weise, den erstens bin ich mit Produkten von Mitakon sehr zufrieden und zweitens bekommt man das Objektiv einige Jahre später recht günstig.
Ich wollte mir ein Gebrauchtes holen, mangels Angebot ist es aber ein Neues zum Preis eines Gebrauchten geworden.
Warum ein weiteres 85 mm?
Ich hatte das Objektiv vor 2 Jahren schon einmal getestet, war aber noch nicht so weit, um die Stärken und Schwächen des Objektivs, also seinen Charakter zu erkennen.
Heute nach 80-85-90mm Erfahrungen von Takumar, Tokina, Tamron SP und Leica R sehe ich wie fein das Objektiv von wem auch immer abgestimmt wurde.
Die Unschärfen sind fast APD-Like, d.h. wenn meine anderen Objektive noch Lichtbokekkreise ziehen, malt das Figmentum wie mit einem Apodisations-Filter noch sanfter ohne dabei im Zentrum im Bereich Kontrast uns Schärfe zu weich zu werden.
Hier meine sponaten Testbilder an einer FUJI-X also für die Bokehcharakteristik an einer CROP-Kamera.
Zunächst das Leica R 80 1.4 bei F 2.0
Das Leica R ist bekannt für seine weiche aber charaktervolle Zeichnung ohne aspherische Linsen klassisch nach dem Doppel-Gaus Prinzip von Walter Mandler perfektioniert, um aus optischen Fehlern einen Charakter zu zaubern und eben dafür geschätzt.
Nun aber zum Figmentum:
Man sieht die 5mm mehr Brennweite im Bildausschnitt. Das Figmentum zeigt im Frontbokeh einen ähnlich sanften Verlauf wie das Leica. In der Bildmitte bzw im Focusbereich sind Kontrast und Schärfe auf gleichem Niveau aber im Backfocusbereich zeigt es wie sanft es das Bokeh zeichnet.
Wow, hier war ich echt überrascht.
Das dritte Objektiv ist ebenfalls ein Klassiker, das Takumar 85 1.9. Um es vorweg zu sagen, vom Focusfeeling und der Verarbeitung schlägt keiner das Takumar, aber optisch im Bokeh zeichnet es härter als das Figmentum und das Leica R.
Welcher Bokehcharakter der Beste ist, muss jeder für sich selbt entscheiden. Für mich sind alle drei ausgezeichnet, aber das Figmentum hat mich am meisten überrascht.
Soweit die ersten Testaufnahmen, die mich motiviert haben das Figmentum diesmal zu behalten und im Portraitbereich ausgiebig zu testen.
Mehr dazu später...
Die Geschichte um Meyer-Optik Görlitz geht weiter auch in 2019. Es hat sich ein neuer Investor gefunden und die altbestände werden abverkauft. Das Figmentum war am Schluss für 200 euro im Abverkauf und so bleibst das objektiv in meiner 85er Selektion als Zeitzeuge für die Renaissance manueller objektive und alter Rechnungen.

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