Bokeh-Battle: Minolta MD 50mm 1.2 - classic performance meets modern glass
Das Minolta MD 50mm 1.2 war der Nachfolger des 58mm 1.2 einem legendären Objektiv. Mit dem MD versuchte Minolta aber kleiner zu werden ohne an Performance zu verlieren. In der Tat ist eine Lichtleistung von 1.2 bei 50mm kaum kompakter zu finden.
Das Objektiv eignet sich daher ideal zum adaptieren an modernen Systemkameras. Nachfolgend Aufnahme mit F1.2 adaptiert an einer FUJI X-T20. Die Bilder unbearbeitete RAW Bilder aus Lightroom.

Was für ein herrliche Bokeh! Mit einer Nahgrenze von 45 cm gelingt eine herrliche Freistellung mit einem wunderbaren Übergang von Schärfe in Unschärfe. Zum Vergleich nachfolgende die Nahgrenze des FUJINON XF 56 1.2 und die damit verbundene Freistellung.
Das 56er FUJI ist ein Portraitspezialist und zeigt, das Schärfe und sanfte Freistellung sehr gut miteinander kombinierbar sind. Da beide Serien mit gleicher ISO und Belichtungszeit aufgenommen wurden kann man auch gut sehen, wieviel Licht mehr an den Sensor gelangt.
Wenn man ein Bildpaar nebeneinander legt, sieht man wie nah das Minolta trotz seines Alters an das moderne FUJI ran kommt. Das Fuji hat einen Touch mehr Schärfe und etwas weniger chromatische Aberrationen.
Nehmen wir zu dem Vergleich noch andere Lichtkünstler dazu. Hier die Serie des Canon FD 55mm 1.2 ssc aspherical
Eines der ersten Objektive mit einer aspherischen Linse zur Korrektur und von Charakter und Schärfe für mich erstaunlich Nahe am Fuji XF56, aber mit einer besseren Nahgrenze.

Und nun für mich der Exot unter den 1.2 Lichtriesen. Eine Tomioka Variante, welche von Revue vertrieben wurden, das Auto-Revuenon Tomioka 55mm 1.2. Für mich in diesem Vergleich das sanfteste Objektiv mit einem warmen Touch. Die Aufnahmen sind etwas dunkler. Wie gesagt die Belichtung war identisch, aber das Tomioka lässt mit seinem Coating nicht so viel Licht durch wie die anderen in diesem Vergleich.
Aber nun zu den Bildern mit dem Tomioka Glow bei F1.2.
Empfehlung für Freunde des manuellen Focusierens.
Fujinon XF 56: 
Excellente Schärfe und weiches Bokeh mit den geringsten chromatischen Aberrationen, ein Must HAVE für den professionellen Einsatz am FUJI X System, aber relativ schwer und unharmonische manuelle Focusierung... Dafür hat man ja auch Autofocus.
Canon FD 55mm 1.2 SSC aspherical: 
Immer noch bzgl. Schärfe und Bokeh auf Augenhöhe mit modernen Objektiven, aber recht schwer und damit kopflastig an der Fuji X-T20 - besser an X-T1 oder X-T2 mit Batteriegriff - und zumindest bei meinem Exemplar mit etwas mehr Widerstand beim manuellen Focus. 
Auto-Revuenon Tomioka 55mm 1.2: 
Der Spezialist für den besonderen sanften und warmen Look mit hohem Freistellungspotential verbunden mit einer geringen Nahgrenze. Herrlich verarbeitet und sanft zu focusieren. Sehr kompakte Bauweise und gut im Handling auch an der kleinen FUJI X-T20.
Minolta MD 50mm 1.2:

Die kompakteste Variante in dem Vergleich. Passt wunderbar an die FUJI -XT20. Sehr angenehme manuelle Focusierung und fast identischer Schärfe wie CANON und FUJI, aber dafür mit gleichwertiger Nahgrenze wie das Tomioka. Ein Spezialist der aufgrund seiner Kompaktheit einfach mal zusätzlich mitgenommen werden kann.


FAZIT:
Der Profi: Fujinon XF 56 1.2 -
Sieger: Bildschärfe aber schlechte Nahgrenze
Die Legende: Canon FD 55 1.2 SSC -
schwer aber bei Bildqualität und Nahgrenze immer noch Top
Der warme Schmeichler: Tomioka 55 1.2 -
sanfter Charaktermit speziellen Look
Der manuelle Alleskönner: Minolta 50mm 1.2 -
Nahgrenze, Bildqualität, Kompaktheit alles TOP
NACHTRAG: 
1.2 vs 1.4 oder lohnt sich der Mehrpreis für 1cm weniger DOF
Die Bilder zeigen das Minolta MD 50mm 1.2 und das Minolta 50mm 1.4. D.h. beide Objektive bei Offenblende bei minimaler Focusdistanz von 45cm an einer FUJI-X-T20. Die Bilder zeigen, das beide Objektive durchaus bei Offenblende gute Ergebnisse liefern. Die Schärfentiefe unterscheidet sich nur marginal. Die 36 lässt ich bei F1.4 noch erahnen bei F 1.2 ist dies schon bei der 37 der Fall. Bei F 1.4 sind ca 2 cm also die Markierung zwischen 39 und 41 gut erkennbar, bei F 1.2 eigentlich nur von Anfang bis Ende 40 also ca. 1 cm.
Im Hintergrund zeigt sich nochmal im direkten Vergleich mehr Unschärfe bei F 1.2, aber letztendlich braucht man schon beide Bilder nebeneinander um zu sagen welche Bild welches ist.
In der Belichtungszeit ist F1.2 mit 1/100  und F 1.4 mit 1/80 bei gleichen Belichtungsparametern unterwegs. Das kann natürlich schon bei manchen Situationen einen Vorteil bringen, der aber mit einer ISO Einstellung leicht ausgleichen werden kann.
So bleibt die Feststellung, dass F 1.4 wahrscheinlich auch bei Altglas der beste Preis Leistungskompromiss ist und F 1.2 eigentlich nur nochmal zeigt was technisch machbar war, denn bei F 2 ist das Bildergebnisse quasi identisch.
Aber genau das ist ja so faszinierend an den alten Objektiven!
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